Bleibt die Spucke weg, leiden die Zähne.
Speichel ist der wichtigste körpereigene Schutz für unsere Zähne und Feuchtigkeitsspender für die Mundschleimhaut. Der Speichel ist das remineralisierende Sekret für unsere Zähne. Bei verminderter Speichelproduktion lässt sich eine erhebliche Steigerung des Kariesrisikos beobachten. Doch wer kennt nicht so ein trockenes Mundgefühl, als sei einem geradezu „die Spucke weg geblieben". Besonders oft sind Kinder betroffen, die häufig durch den Mund atmen. Bei Senioren sind die Speicheldrüsen oft nach und nach weniger aktiv.
Speichel leistet einen besonderen Beitrag zur Gesunderhaltung der Zähne: Er spült nach dem Essen Nahrungsreste und Mikroorganismen aus der Mundhöhle, neutralisiert entstandene Säuren und stellt Kalzium- und Phosphationen zur Remineralisation der Zahnsubstanz bereit. Darüber hinaus hemmt das Sekret der Speicheldrüsen die Ausbreitung krankmachender Mundbakterien, Viren und Pilze und sorgt damit für ein ökologisches Gleichgewicht in der Mundhöhle.
Die Speicheldrüsen arbeiten im Wechsel zwischen verstärkter Produktion und Ruhepausen. Sie können durch verschiedene Faktoren zur Aktivität angeregt werden: So lassen uns appetitanregende Gerüche und Geschmacksempfindungen buchstäblich „das Wasser im Munde zusammen laufen". Auch Kauen stimuliert den Speichelfluss, allerdings stoppt er von Natur aus bereits wenige Minuten nach einer Mahlzeit wieder. Für die Zähne optimal wäre es jedoch, wenn er 30 Minuten anhielte. Wer nach dem Essen keine Zahnbürste zur Hand hat, kann ggf. durch Kaugummikauen die Speichelproduktion zum Schutz der Zähne in Gang halten.
Speichelfliessrate in Ruhe
Die Bestimmung der Speichelfliesrate in Ruhe
Es wird über einen Zeitraum von 5 Minuten Speichel in einem Einmalgefäß gesammelt und diese Menge bestimmt. Letztlich wird die Speichelmenge, die je Stunde von den Speicheldrüsen produziert wird, berechnet. Die Speichelfließrate ist zum Einen ein Parameter für die Abschätzung der Selbstreinigung in der Mundhöhle durch Abspülen bzw. Verdünnen, zum Anderen ein Parameter für die körpereigenen Remineralisationsmöglichkeiten. Bei einer extrem niedrige Speichelfließrate tritt Karies besonders dann gehäuft auf, wenn auch die Pufferkapazität gering ist.
Speichelfliessrate n. Provokation
Die Bestimmung der Speichelfliesrate nach Provokation
Es wird zunächst Kautätigkeit provoziert. Um Einflussfaktoren wie Aromen, Geschmacksstoffe etc. auszuschalten, wird Parafin gekaut. Wieder wird über einen Zeitraum von 5 Minuten Speichel in einem Einmalgefäß gesammelt und diese Menge bestimmt. Letztlich wird die Speichelmenge, die je Stunde von den Speicheldrüsen produziert werden könnte, berechnet.Die Speichelfließrate nach Provokation ist ein Maß für die Leistungsfähigkeit der Speicheldrüsen, bei Bedarf ausreichend Sekrete zur Verfügung stellen zu können. Dies ist ein weiterer Parameter für die Abschätzung der Selbstreinigung in der Mundhöhle durch Abspülen bzw. Verdünnen, und zugleich ein Maß für das Remineralisationsvermögen. Bei einer extrem niedrige Speichelfließrate tritt Karies besonders dann gehäuft auf, wenn auch die Pufferkapazität gering ist.
Pufferkapazität d. Speichels
Die Bestimmung der Pufferkapazität des Speichels
Die Pufferkapazität ist ein Anhaltspunkt dafür, wie gut bzw. schlecht der produzierte Speichel Säuren, die z.B. durch Getränke oder Nahrung in die Mundhöhle gelangen, aber auch von Bakterien produzierte Säuren, neutralisieren kann.


